Eine Immobilie kann auch dann verkauft werden, wenn eine andere Person weiterhin darin wohnen darf. In der Praxis betrifft das häufig Häuser oder Wohnungen, die innerhalb der Familie übertragen wurden, während sich die Eltern ein lebenslanges Wohnrecht gesichert haben. Auch bei Modellen der Immobilienverrentung spielt dieses Thema eine wichtige Rolle. Für Verkäufer bedeutet ein eingetragenes Wohn- oder Nießbrauchrecht jedoch, dass der Verkauf gut vorbereitet werden muss. Entscheidend sind eine realistische Wertermittlung, die passende Käuferansprache und eine rechtssichere Vertragsgestaltung.
Einfluss eines Wohnrechts auf den Wert einer Immobilie
Ein dauerhaftes Wohnrecht, das im Grundbuch verankert ist, bleibt auch nach einem Immobilienverkauf bestehen. Der neue Eigentümer erhält zwar das Eigentum, die Nutzung der Immobilie ist jedoch eingeschränkt, solange die berechtigte Person dort lebt. „Dies führt zu einer Minderung des Wertes“, erläutert Markus Bittner, Geschäftsführer von Bittner Immobilien in Krefeld. Bei der Bewertung werden unter anderem das Alter des Wohnberechtigten, dessen Lebenserwartung, der Umfang des Wohnrechts und der übliche Mietwert der bewohnten Fläche berücksichtigt.
Je jünger die berechtigte Person und je umfassender das Wohnrecht, desto größer ist der Einfluss auf den Marktwert der Immobilie. Bei einem Nießbrauchrecht, das auch die wirtschaftliche Nutzung einschließt, kann der Wertabschlag noch höher ausfallen. „Eine fachgerechte Bewertung ist daher essentiell, um den Angebotspreis angemessen festzulegen“, betont Markus Bittner.
Zielgruppen für Immobilien mit bestehendem Wohnrecht
Immobilien, die mit einem Wohnrecht belastet sind, eignen sich in der Regel nicht für Käufer, die unmittelbar selbst einziehen möchten. Stattdessen ziehen Kapitalanleger, die langfristige Investitionen bevorzugen, solche Objekte in Betracht. Sie profitieren oft von einem günstigeren Kaufpreis und der Aussicht, die Immobilie später frei nutzen oder vermieten zu können.
Des Weiteren können Familienangehörige, Stiftungen oder Investoren, die an langfristig stabilen Werten interessiert sind, potenzielle Käufer sein. „Eine offene und klare Vermarktung ist dabei unerlässlich“, erklärt Markus Bittner. Das Wohnrecht sollte von Beginn an transparent kommuniziert werden, damit Interessenten die Situation richtig einschätzen und entscheiden können, ob das Objekt zu ihrer Investitionsstrategie passt.
Rechtliche Details im Kaufvertrag festlegen
Im Zuge des Verkaufs müssen die bestehenden Rechte und Pflichten von Käufer, Verkäufer und Wohnberechtigtem klar definiert werden. Dies umfasst Regelungen zu Instandhaltung, Nebenkosten, Modernisierungen, Zugangsrechten und eventuellen Beschränkungen bei Umbauten. Der Kaufvertrag muss zudem eindeutig auf den Eintrag im Grundbuch Bezug nehmen.
„Eine enge Zusammenarbeit mit Notar, Gutachter und Immobilienexperten ist für beide Seiten ratsam“, empfiehlt Markus Bittner. Dies hilft, Missverständnisse zu vermeiden und sorgt dafür, dass der Verkaufsprozess für alle Beteiligten transparent und fair bleibt.
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Hinweise:
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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